DENKEN

In meiner Forschung beschäftige ich mich immer wieder mit Grenzgängerinnen. Mich interessieren Menschen, die bewusst oder unbewusst die kulturellen, politischen und technologischen Grenzen ihrer Zeit herausfordern - von den literarischen Journalistinnen der 68er, für die der Unterschied zwischen Fiktion und Journalismus nicht mehr galt, bis zu den Liquid Democracy-Programmiererinnen des jungen Jahrtausends, die Beteiligung neu zu denken versuchten. Dank meiner interdisziplinären Ausbildung arbeite ich immer wieder an der Schnittstelle von Theorie und Praxis - und werde so selbst zur Grenzgängerin.

 

DISSERTATIONSPROJEKT LIQUID DEMOCRACY

Dem raketenhaften Aufstieg der Piratenpartei folgte ihr ebenso schneller Niedergang. Ist das mit ihr verbundene Experiment politischer Willensbildung – Liquid Democracy – also ebenso gescheitert? Auf dem in der Politikwissenschaft ungewöhnlichen Weg der Grounded Theory nähere ich mich mit meiner Dissertation der jüngsten deutschen Politikgeschichte, um mich mit dem ambitionierten Vorschlag zur Entwicklung eines neuen Betriebssystems für die Politik auseinanderzusetzen. Durch zahlreiche Interviews mit den Akteurinnen internetgestützter Beratungs- und Entscheidungsverfahren zeichne ich ein lebendiges und durchaus zukunftstaugliches Portrait sowohl der konkreten Verfahren als auch der Einstellungen und Visionen von Demokratieentwicklerinnen.

 

Das Buch "Liquid Democracy in Deutschland. Zur Zukunft digitaler politischer Entscheidungsfindung nach dem Niedergang der Piratenpartei" erscheint im Juni 2018 beim Transcript Verlag.

 

Der Verlag hat meine Arbeit für ein Pilotprojekt im eigenen Open Access-Programm ausgewählt. Sobald die Arbeit online verfügbar ist, werde ich hier darauf hinweisen.

 

Ich bedanke mich bei meinen Gutachtern und Betreuern Prof. Christoph Bieber und Prof. Karl-Rudolf Korte sowie für die Förderung durch das Promotionsstipendienprogramm bei der NRW School of Governance

 

ANGEWANDTE FELDFORSCHUNG DIGITAL-SOZIALER INNOVATIONEN

Wie kann man das Internet und die Digitalisierung nutzen, um die Welt zu verbessern? Vereinfacht gesagt, ist das die Frage die sich der Think-Do-Tank Betterplace Lab zur Aufgabe macht, dessen Team ich in den letzten drei Jahren forschend und beratend begleitet habe. Mit digitalen Trends im Gepäck kam ich so 2014 beispielsweise vom "Lab Around the World" aus Brasilien zurück, den Koffer voll mit Begeisterung und spannenden Geschichten aus Favelas, über Datenschutz und von Medien-Ninjas und OnibusHackern.

 

Mit der Frage, wie Online-Trends den Stiftungssektor verändern, habe ich mich zuvor für das Lab und die Stiftung Mercator beschäftigt, bin quer durch die USA getourt, um zehn der größten Stiftungen selbst zu befragen und darauf hin zu reflektieren, was in Deutschland gerade passiert. Auf der Konferenz labtogether habe ich meine Ergebnisse in zwei Vorträgen in 2013 und 2012 vorgestellt. Einen ausführlichen Reisebericht zu den Stiftungsbesuchen in den Staaten habe ich für die Glasspockets-Initiative geschrieben. Mehr Infos findet man außerdem auf der neuen Seite des Betterplace Trendradars.

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